19November2019

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Der Schritt eines Pferdes sollte lebhaft und fleißig sein

A Lively Walk Is the Only Way to Travel

Geschrieben und Fotos von Leslie Desmond, veröffentlich in „The Trail Less Traveled.“ Übersetzung: Gabi Dold

Egal wann und wo du im Schritt reitest; das Pferd sollte dabei zügig vorwärts gehen. „ Reite dein Pferd als wenn es auf Zehenspitzen gehen würde“, empfiehlt Ray Hunt in seinen Kursen. Pferde, die Ray reitet, können das und sehen dabei toll aus. Die meisten von uns haben Pferde, die im Schritt nicht gerade schnell gehen, besonders dann nicht, wenn Anfänger auf ihnen sitzen. Man braucht Konsequenz und die korrekte Praxis, um ein Pferd zu einem schnellen Schritt zu veranlassen. Evtl. braucht das Pferd auch Unterstützung, um den schnellen Schritt über längere Zeit gleichmäßig und angenehm durchhalten zu können.

Wenn ich die Wahl hätte, ein herumtänzelndes oder ein schleppendes Pferd zu reiten, würde ich mich für das Tänzelnde entscheiden. Bei diesem pulsiert das Leben immer noch an der Oberfläche und ist für mich verfügbar. Um bei einem herumtänzelnden oder zäh und leblos herumschlurfenden Pferd einen schnellen Schritt zu entwickeln, musst du zuallererst mit den Bewegungen seiner Vorderbeine in Verbindung kommen, und das bis hinunter zu den Füßen.

Ich habe keine Pferde, die tänzeln, aber ich habe ein lebloses stumpfes Schulpferd. Ich bin dieser Stute dankbar für diese ärgerliche Eigenschaft, da sie meinen Reitanfängern hilft, Vertrauen aufzubauen. Für einen ungeschickten Reitanfänger würde ein feinfühligeres Pferd zu fein reagieren.

Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Diese phlegmatische Stute ist sogar mein wichtigstes Reitpferd. Wenn ich nun von diesem Pferd 100 Prozent Vorwärtsdrang verlange, sie mir aber nur einen schlurfenden Schritt anbietet, ist es nötig, das Leben wieder in sie zurück zu bringen.

Um sie wieder mit dem Gefühl vertraut zu machen, das sie spürt, wenn ich sie reite, im Gegensatz zu dem Gefühl, das ihr ein Anfänger vermittelt, brauche ich ihre Aufmerksamkeit. Diese bekomme ich, wenn ich die Stute aufwecke. Und so gehe ich vor.

  1. Ich ermuntere sie, etwas Tempo aufzunehmen. Dazu benutze ich den ganzen Sitz ( Po und Oberschenkel ) . Normalerweise ignoriert sie das, und trotzdem gebe ich ihr immer wieder die Möglichkeit darüber nachzudenken.
  2. Also fordere ich sie noch einmal auf. Ich drücke dazu etwas mit meinem ganzen Bein oder klopfe sie seitlich leicht mit meinen Waden. Falls du Sporen trägst, musst du darauf achten, dass sie das Pferd nicht an der Seite berühren, jetzt noch nicht. Die Höhe des Drucks, den ich hierbei anwende, hängt davon ab, wie sensibel sich die Stute an diesem Tag zeigt. Ich versuche immer nur soviel Druck einzusetzen, dass er gerade ausreichend ist, um vom Pferd ein Resultat zu bekommen.
  3. Wenn sie mich immer noch ignoriert, fordere ich sie doppelt intensiv auf. Das ist ein ordentliches kräftiges Klopfen. Und das war dann auch die letzte Warnung, die sie erhält.
  4. Wenn sie dies auch noch ignoriert, dann wird´s richtig ungemütlich. Die Stute soll mich nun mit allem fühlen, was mir zur Verfügung steht – Bein, Wade, Absatz und Steigbügel. Diese Stufe habe ich zuerst so gelernt, dass ich beide Beine benutzte. Später hat mich die Methode von Bill Dorrance, nämlich nur ein Bein zu benutzen, überzeugt, da es das Pferd nicht so sehr verwirrt. Bis jetzt hat jedes Pferd, das ich so aufforderte, reagiert.
  5. Auf diese Aufforderung reagiert ein Pferd normalerweise mit einem Sprung vorwärts, um dann ein paar Schritte zu traben oder zu galoppieren. Erlaube deinem Pferd ruhig seine Energie mit diesen extra Schritten auszuleben. Danach forderst du das Pferd immer wieder ( Schritt 1-4 ) dann zum Beschleunigen auf, wenn es ohne Aufforderung unter das Tempo eines schnellen Schrittes kommt.

Anmerkung: Wenn das Leben in dein Pferd kommt, musst du es frei hinaus laufen lassen und darauf achten, dass es dich nicht nach hinten in den Sattel wirft. Versuche unbedingt mit dem Pferd zu gehen. Andernfalls wird der momentane Aufprall deines vollen Gewichts in seinem Maul das Pferd dafür bestrafen, dass es glaubte mit viel Energie nach vorne gehen zu müssen, als du es aufgefordert wurde. Das wird dein Pferd frustrieren und erschrecken und es wird nicht lange dauern, bis es deinen Beinen oder Händen nicht mehr vertraut. Eine bedauerlichere Situation zwischen Reiter und Pferd kann es kaum geben.

Wenn dich Versuch und Irrtum zu einem besseren Zeitgefühl gebracht haben, wird das Pferd danach suchen, was es mit seinen Füßen tun könnte, um dich davon abzuhalten, auf seinen Rippen herum zu trommeln. Hast du es richtig gemacht, wirst du nun mühelos einen Schritt mit deinem Pferd reiten, um den dich alle Reiterfreunde beneiden werden.